Engadintour 2010

Nach Pontresina – zum Rösti-Essen


Bericht zur Engadintour 17. bis 21. Juli 2010 – Text und Bilder von Peter Storck

 

Geplant war die Hochtour ins Engadin schon seit ein paar Jahren. In 2008 musste wegen des Schlechtwetters der Alphubel im Wallis als Ersatzziel herhalten. Vergangenes Jahr dann der Tiefpunkt – bei Schneefall bis zum Talboden und Lawinengefahr im Juli hat es nur zu einem Rösti im Sporthotel in Pontresina gereicht.

Aber dieses Jahr waren Wetter- und Schneebedingungen perfekt und so wurde kurzentschlossen zu den geplanten Gipfeln Piz Kesch und Piz Morteratsch noch der Piz Palü ins Programm genommen. Das war gar nicht so schwer. es mussten lediglich die Pausen für Anke, Angelika, Dirk und Wolfgang ein bisserl gekürzt werden und schon war Zeit genug für einen Umweg zum Palü.

 

Aber zunächst ging’s zum Akklimatisieren auf die d’Es-cha Hütte am Albulapass. In der Nacht zog dann die angekündigte Gewitterfront durch und so war der Piz Kesch am nächsten Morgen noch in Wolken, was uns einen nicht sehr aussichtsreichen dafür aber umso stimmungsvolleren Gipfel bescherte.

 

 

 

Die Gewitterfront lieferte uns dann drei strahlend schöne Tage ohne Gewitterneigung und so wechselten wir noch am gleichen Tag auf die Diavolezza.

 

 

 

Von Berghaus Diavolezza konnten wir den ganzen Abend den Blick auf die Berninaberge geniesen und unsere Anstiegsroute für den nächsten Tag betrachten.

 

 

3:00 Uhr war dann gnadenlos die Nacht vorbei und der Sonnenaufgang hat uns dann schon hoch auf dem Gletscher gefunden. Der Weg durch den Gletscherbruch zur Ostschulter war beeindruckend und die Verhältnisse perfekt, sodass wir um 9:00 Uhr auf dem Ostgipfel standen.

 

 

 

 

 

 

 

Was folgte war ein langer Abstieg über den Persgletscher zum Morteratschgletscher und der Übergang zur Bovalhütte. Da keinerlei Gewitter drohte, konnte der Abstieg in aller Ruhe erfolgen, auch wenn der Weg über die Moränenrücken am Ende doch lang wurde. Danach war Ausruhen an der Bovalhütte angesagt, denn der nächste Sonnenaufgang hat uns schon wieder auf dem Weg zur Bovalscharte gesehen.

 

 

 

Alle waren gespannt auf die Kletterstellen, die im Känel-Führer als „wahre Rosinen“ angekündigt waren. Tatsächlich erreicht man die Scharte über eine schöne, leichte Kletterei in festem Fels. Zurück auf dem Gletscher ging’s dann zu unserem letzten Gipfel, dem Piz Morteratsch. Der bietet vor allem eines: den wohl besten Blick auf den Biancograt. Und den genossen wir lange und ausgiebig, bevor es hinab ging zur Tschiervahütte und damit unserer vierten und letzten Nacht.

Auch auf der Tschiervahütte wurden wir – wie auf allen Hütten – wieder bestens versorgt. Vorbei sind die Zeiten, wo grimmige Schweizer Hüttenwarte Schwarztee, altes Brot und Packerlessen verteilten, heute werden von netten und hilfbereiten Wirten leckere Dreigängemenüs gekocht, mit denen die Anstiege am nächsten Tag zum Spaziergang werden.

Am letzten Morgen hieß es dann auch endlich wieder ausschlafen und nach dem Frühstück bummelten wir gemütlich (oder war’s doch erschöpft) durchs Rosegtal zurück zur Bahnstation des Glacierexpress in Pontresina und damit zurück zum Auto.